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Don't forget: Internationaler Tag gegen Homo - und Transphobie 17.5. PDF Drucken


Am Donnerstag, den 17.5. findet der Internationale Tag gegen Homo - und Transphobie statt – ein Event dessen Notwendigkeit schon eine schockierende Situation in der Gesellschaft zeigt: Noch immer ist anti-queere Gewalt an der Tagesordnung, ist die Ehe als heterosexuelle Lebensform einseitig privilegiert und noch immer bedeutet ein Outing in Familie, Schule oder sonstigen Gesellschaftsbereichen für queere Jugendliche viel zu häufig eine Fülle von Problemen.

 

Der internationale Tag gegen Homophobie wird seit 2005 jährlich begangen – die Initiative zu dem Aktionstag ging von einer französischen Schwulen - und Lesbenorganisation aus.

Das Datum ist keineswegs zufällig gewählt: Am 17.5.1990 wurde beschlossen „Homosexualität“ als Krankheitsdiagnose aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation zu streichen.

Trans* zu sein (also die gesellschaftlich aufgedrückte Geschlechterrolle nicht annehmen zu wollen oder sich außerhalb des Zweigeschlechtersystems zu verorten) wird dagegen bis heute als psychische Krankheit angesehen und die Betroffenen müssen sich einer Reihe von diskriminierenden Maßnahmen aussetzen wenn sie zum Beispiel ihren Personenstand (also das „offizielle“ Geschlecht) ändern lassen möchten. Erst 2011 wurde die „dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit“ (auch „Zwangskastration“ genannt) als zwingende Voraussetzung zur Personenstandsänderung nach langen Rechtsstreitigkeiten endlich aus dem Transsexuellengesetz gestrichen.

In Deutschland erinnert das Datum des 17.5. zudem an den Paragraph 175 des Strafgesetzbuches durch den homosexuelle Handlungen zwischen Männern (sic!) in der BRD bis 1973 strafbar und bis 1994 mit einem höheren Schutzalter von 18 Jahren belegt waren. Insbesondere für schwule Jugendliche war die rechtliche Situation also lange Zeit katastrophal.

Doch auch heute sind queere Menschen in Brandenburg und überall nach wie vor der Gefahr von Ausgrenzungen und verbalen Attacken bis hin zu körperlichen Angriffen ausgesetzt.

Und: Nur etwa 10% der Betroffenen erstatten nach Angriffen Anzeige.

Die Ablehnung schwuler, lesbischer oder trans*identer Personen und Lebensweisen endet zum Glück nicht immer in Gewalt, doch sie ist erschreckend weit verbreitet: etwa 1/3 der Bevölkerung lehnt queere Lebensweisen ab, wenn auch unterschiedlich stark. Unter Jugendlichen ist Homophobie sogar noch verbreiteter: Nach einer aktuellen Studie lehnt fast jeder zweite männliche Jugendliche Homosexualität ab und auf den Schulhöfen ist „Schwule Sau“ eines der meistgenutzten Schimpfwörter.

In Brandenburg werden im Monatstakt anti-queere Straftaten bekannt, selbst Angriffe auf das Szene-Café Leander in Potsdam gab es schon.

 

Diese Situation werden wir nicht hinnehmen!


Bringt euch ein, hängt die Regenbogenfahnen 'raus, geht am 17.5. zu Mahnwachen und Aktionen in eurer Stadt und vor allem: Duldet 365 Tage im Jahr keine Trans- und Homophobie, egal ob dumme Sprüche, diskriminierende Schimpfwörter oder Übergriffe: Mischt euch ein, tretet antiquierten Einstellungen entgegen und leistet oder ruft Hilfe!