suche

Neues Deutschland: ['solid] will kämpfen statt meckern (03.09.2009) PDF Drucken

Linksjugend zieht in den Wahlkampf und wirbt für Einsatz gegen Missstände

Die Jungen unter den LINKEN wollen beim großen Wahlkampf nicht abseits stehen. Gestern startete ihre Kampagne »Mitkämpfen statt mitmeckern«, die sich vor allem an die eigene Generation wendet. Der Landesverband der Linksjugend Solid baute gestern in Belzig vor vier Schulen ein Info-Mobil auf, um dort mit Schülern ins Gespräch zu kommen. »Meckern ist erlaubt, ändert aber an den Missständen wenig«, sagte der junge Landtagskandidat Norbert Müller.

Gestern beschrieben die Jungpolitiker, dass sich gerade auf dem Land viel Frust angesammelt habe und viele Jugendliche von der Politik enttäuscht seien und sich abwendeten. Die Linksjugend will mit ihrer Kampagne zum Wählen ermuntern und vor allem wieder in das Gedächtnis rufen, dass man sich gegen Missstände auch wehren kann. Am besten organisiert.

Katharina Dahme, Landessprecherin von Solid und Landtagskandidatin, erinnerte daran, dass es dem Jugendverband gelungen sei, im Programm der märkischen Linkspartei zur Landtagswahl am 27. September eigene Akzente zu setzen. Dass Jugendliche von Armut und damit Hartz IV besonders stark betroffen sind und ihnen das heutige Bildungswesen vielfach keinen Weg weise, dort herauszukommen, sei beispielsweise wichtig gewesen. Die Tatsache, dass auch andere Parteien wie SPD, CDU und FDP das Bildungsthema im Wahlkampf entdeckt haben, ist für Solid eine Farce: Denn in den Jahren, in denen die an der Macht waren, »haben sie das glatte Gegenteil praktiziert.«

Während die PDS in den ersten Nachwendejahren noch stark auf Jugendliche setzen konnte, so ist dies gegenwärtig weniger ausgeprägt. Norbert Müller erklärt das unter anderem mit der Art und Weise, wie man in der Schule beeinflusst werde. »Wer dort zehn oder zwölf Jahre lang dem neoliberalen Gewäsch ausgesetzt war, der wird nicht gleich LINKE wählen.« Ein bestimmter Zeitgeist verschaffe ebenfalls der FDP Einfluss in der jungen Generation.

Die LINKE dagegen werde in der Öffentlichkeit als »Stasi-Partei« dargestellt, mitunter als überaltert wahrgenommen, obwohl das – mit Blick auch auf die Zusammensetzung der Landtagsfraktion – sogar weniger stimme als bei anderen Parteien. Er selbst rufe, wenn er an Informationsständen werbe, Überraschung bei Passanten hervor. Eine stärkere Hinwendung der LINKEN zu anderen Basisgruppen, beispielsweise globalisierungskritischen Strömungen, würde Müller begrüßen, weil dies auch die Verankerung in der jungen Generation stärken würde.

In der Woche vor der Wahl werden drei Autos mit Linksjugend-Teams im Land unterwegs sein und dabei Flyer und andere Informationen an den Mann bringen. Sie laden zu Abendveranstaltungen ein, bei denen auch ein kostenloser Kinobesuch möglich ist.

Der Verband Linksjugend Solid versteht sich als der Linkspartei nahe stehend und wird von der Partei als ihr Jugendverband anerkannt. In Brandenburg gibt es nach Angaben der Sprecher rund 250 aktive Mitglieder. Auf der Wahlwerbetour wollen sie mit anderen Jugendlichen auch über deren Mitwirkung oder Teilnahme reden.

--