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Nazis blockieren, nicht ignorieren – “Trauermärsche” sind nur ein Deckmantel PDF Drucken
17.02.2014

Bericht/Kommentar

In Cottbus hat sich am vergangenen Samstag, 15. Februar, ein weiteres Mal gezeigt, dass es friedliche Menschenblockaden waren, die dazu geführt haben, dass die Neonazis, die durch die Cottbuser Innenstadt marschieren wollten, bald wieder umkehren mussten. Ihr Weg war damit sogar kürzer als vor einem Jahr, als es auch schon gelungen war, den Geschichtsrevisionisten den Weg abzuschneiden und ihren alljährlich am 15. Februar stattfindenden “Trauermarsch” zu verhindern. Durch mutige Aktionen von Antifaschist_innen musste die braune Neonazi-Horde immer wieder anhalten, wurde umgeleitet und musste schließlich gegen 15 Uhr aufgeben.
Etwa 3000 Menschen haben damit gemeinsam gezeigt, dass für Neonazis kein Platz in Cottbus, in Brandenburg, und nirgendwo ist. So erhielten die Cottbuser an diesem Tag zahlreiche Unterstützung von Antifaschist_innen unter anderem aus dem gesamten Land Brandenburg. Dieser Tag hat erneut gezeigt, dass das gemeinsame Agieren zum Erfolg führt. Er hat auch gezeigt, dass die vielen Aktionen vor Ort auch nur dadurch stattfinden konnten, dass auch viele Menschen gekommen waren, um sich bei 6 Grad Celsius, Regen und Wind den Nazis entgegenzustellen. Unser Dank gilt auch dem Bündnis “Cottbus Nazifrei!”, was all dies koordiniert hat. An dieser Stelle muss noch einmal klar gesagt werden: Es reicht nicht aus, Nazis doch einfach zu ignorieren, wenn sie durch die Städte marschieren, wie es hier und da in der Diskussion um Gegendemos angeführt wird. Denn geben wir neonazistischer, politischer Agitation Raum, wird sie sich ausbreiten! Es sei außerdem an dieser Stelle nur einmal an die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Das Stichwort lautet “appeasement”. Und es sei daran erinnert, dass solche “Trauermärsche” letztlich nur Auswüchse vernetzter Neonazi-Strukturen in der gesamten Bundesrepublik und in Europa sind. Diese Strukturen tun und planen weit mehr als “friedlich” auf der Straße zu laufen.
Wehret den Anfängen und wehret ihnen immer wieder bis sie aufgeben. Lasst uns gemeinsam weiter dafür kämpfen bis auch die Letzten merken, dass Faschismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen. No pasarán!

Gesine Dannenberg,
Mitglied des Landessprecher_innenrates der Linksjugend ['solid] Brandenburg